Derzeit liegt der Energieverbrauch in der Schweiz bei etwa 5900 Watt pro Jahr (inklusive graue Energie). Rund ein Drittel der Primärenergie (32%) wird dabei in den Haushalten konsumiert – am meisten davon für Heizung (66%). Warmwasser (16%) oder die Nutzung von diversen Elektrogeräten (18%) schlagen im Vergleich dazu weit weniger zu Buche.

Für die Heizsaison haben wir ein paar Ideen für das Wohlfühlklima zusammengestellt, und erklären, warum man mit ihnen viel Energie, CO2, Geld und sogar Nerven sparen kann.

Grundeinstellung: Höchstens 20 Grad

Normalerweise entspricht die Stufe 3/mittlere Stufe auf dem Thermostat etwa 20 Grad. Der Unterschied pro Stufe beträgt etwa 3-4 Grad. Wer einmal aufheizen möchte, sollte das Thermostat nicht höher als die Wunschtemperatur drehen. Denn es wird nicht schneller warm, sondern nur viel wärmer als nötig. Und das verbraucht nur unnötig Energie und CO2.

Warme und kühle Räume schaffen

Manche Räume, zum Beispiel Flure oder Schlafzimmer müssen nicht so stark wie Wohn- oder Kinderzimmer beheizt werden. Hier genügt meist 16 Grad. In der Küche heizen zudem Kühlschrank und Herd mit. Damit es nicht auch woanders abkühlt, sollten die Türen zu den kühlen Räumen geschlossen bleiben.

Spezialfall: Badezimmer

Beim kurzen Heizen des Badezimmers wird zwar die Raumluft schnell erwärmt, doch bleiben die Wände kühl. Wenn dann die Heizung wieder ausgeschaltet wird, sinkt die Raumtemperatur wieder und als Folge setzt sich verflüssigter Wasserdampf an den Wänden ab und es gibt Schimmelpilzgefahr – das ist noch schlecht für die Gesundheit. Daher sollte das Bad lieber gleichmässig beheizt werden.

Nachts die Temperatur senken

Nachts kann die Heizung ruhig heruntergedreht werden. Das Gleiche gilt auch tagsüber, wenn zum Beispiel niemand zu Hause ist. Doch Vorsicht: Die Zimmertemperaturen sollten nicht dauerhaft unter 15 Grad gesenkt werden. Auch das Ausschalten der Heizung ist nicht ratsam, denn das Wiederaufheizen kostet mehr Energie als die Heizung auf niedrigem Niveau weiterlaufen zu lassen. Hier helfen automatische Temperaturregler, zum Beispiel programmierbare Thermostatköpfe. Diese lassen sich einfach und schnell einbauen und stellen den Heizzyklus über den Tag in jedem Raum automatisch ein. Das spart Energie und Nerven.

Freiheit für die Heizungen!

Wer hängt nicht manchmal regennasse Wäsche über den Radiator, damit sie schneller trocken wird? Das mag praktisch sein, frisst aber nur viel Energie. Um die Wärme frei in den Raum abgeben zu können, sollten Radiatoren nicht mit Möbeln, Vorhängen oder Dekogegenständen blockiert werden. Das Thermostat signalisiert der Anlage dadurch nur: Mehr Heizen – und das heisst mehr Energieverbrauch.

In der Nacht die Storen runter

Nachts sollten Storen und Vorhänge geschlossen werden. Denn gerade über die Fensterflächen entweicht viel Wärme, da sie weitaus weniger isolierend wirken als eine Wand. Auch die Türen zu weniger beheizten Räumen sollten geschlossen bleiben. Hier kann durch die Temperaturunterschiede die warme Luft aus anderen Räumen dort kondensieren. Die nervige Folge: Schimmelpilze.

Lüften, besser lüften, Stosslüften

Im Winter sollte das Fenster nicht gekippt werden. Der Grund: Die Außenwände kühlen dadurch nur aus und bieten Schimmelpilzen einen idealen Nährboden. Besser ist Stosslüften. Das heisst: Heizung aus, Fenster voll öffnen und nach fünf bis zehn Minuten wieder schließen. Am besten drei- bis viermal am Tag, ansonsten morgens und abends. So wird die Luft im Raum komplett ausgetauscht. Generell gilt: Je kleiner die Wohnung und je mehr Personen anwesend, desto häufiger sollte gelüftet werden. Ist es draussen sehr kalt, genügt ein fünfminütiges Lüften voll aus, bei wärmeren Temperaturen sollten es schon acht bis zehn Minuten sein.
Quelle:
myblueplanet.ch
Anne Nuria Boekhout